INSTAGRAMMABILITY

 

 

 

 

 

Ein Raum, der hochwertig und

interessant genug ist, um auf Instagram hochgeladen zu werden, wird als „instagrammable“, 

also instagramtauglich bezeichnet. 

Instagrammability ist also die Eigenschaft einer Person, eines Bildes oder eben auch einer Gastronomie, für die Benutzung auf Instagram relevant zu sein.

Wir wurden zu einem Experteninterview eingeladen, um die 

Instagrammability am Point of Sale (PoS) zu erklären:

 

 

 

 

YES, YOU SHOULD HIRE US.

 

 

EXPERTENINTERVIEW:

 

// 1. Wie würdest Du 'Instagrammability' in eigenen Worten beschreiben?

" Der PoS zeigt eine neue Facette, die es vor einigen Jahren noch nicht gab: Er ist viel mehr als ein „Verkaufspunkt“ in einem offenen (öfffentlichen) Raum, er hat eine neue Charaktereigenschaft dazugewonnen: Er bietet dem Betrachter / Besucher die Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand (!) in kürzester Zeit „in Szene zu setzen“ und dem Photo die gewünschte Aussage zu verschaffen."

 

// 2. Welche Relevanz siehst Du in dem Trend 'instagrammable' zu sein?

"Für mich persönlich war es nie Absicht gewesen, diesem Trend zu folgen.

Ich kannte, ehrlichgesagt, vorher diesen „Trend“ nicht. Mary´s Coffee war unser

zweites Projekt, das der Kunde mit uns in München umgesetzt hat. Man hat beim „Café Daddy Longlegs“ in der Barerstrasse aber schon bereits erkannt, dass sich viele vor den charakteristischen Raumelementen photografiert haben. Dass sich das mit Instagram so entwickelt, hatte man zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet. Das begann tatsächlich mit Marys Coffee. Die Farben und Formen sind sehr schmeichelhaft, aktuell im Trend, aber dennoch zeitlos."

 

 

// 3. Gibt es große Unterschiede zwischen einem 'instagrammable' und einem klassischen Store-Design?

 

"Ich persönlich würde ein Konzept NICHT so entwickeln, dass es „instagrammable“ tauglich ist. Für mich ist das ein natürlicher Prozess. Wenn sich die Gäste darin wohlfühlen und auch die Optik in den Schlag der Zeit passt, dann wird es automatisch funktionieren. Ob als klassischer Store oder eben als Bühne für Instagram."

// 4. Was will man Deiner Meinung nach mit einem 'instagrammable' Store-Design erreichen?

"Ich denke, wenn man von Anfang „instagrammable“ sein möchte, hat man als Ziel, dass das Raumkonzept möglichst viel Reichweite in den digitalen Medien erreicht. Ich unterscheide allerdings immernoch, ob mein Projekt in einem Fachmagazin erscheint, oder aber eben „nur“ verlinkt wird."

// 5. Fordern Deine Kunden speziell ein 'instagrammable' Design oder wird dies von Euch aus vorgeschlagen bzw. empfohlen?

"Nein. Vor dem Projekt "Marys Coffee" wusste man ja noch nichts von dieser Begrifflichkeit.

Aktuell ist es aber schon so, dass auch andere Kunden sich diesen Erfolg auf Instagram wünschen. Wie aber schon zu Beginn erwähnt, verfolgen wir nicht diesen Ansatz sondern arbeiten wie gewohnt weiter. Ich denke, dass Instagram einen sehr wichtigen Stellenwert hat; aber er verändert nicht unsere Art und Weise, an einem Projekt zu arbeiten."

// 6. Was sind die Merkmale eines 'instagrammable' Store-Designs?

"Ich denke, dass man verschiedene Raumsituationen anbieten sollte. Sprich, verschiedene „Hintergründe“, die viel Raum für Kreativität bieten."

 

 

// 7. Kannst Du einige konkrete Beispiele für fotogene Store-Elemente nennen?

"Spiegel. Spiegel. Spiegel. Eine moderne Tapete. Tolle Materialkombinationen."

 

 

// 8. Auf was hast Du bei der Konzeption von „Mary´s Coffee Club“ geachtet?

"Wir wollten den Raum in zwei Charakterwelten teilen. Den männlichen Part (Barbereich dunkelgrün) vis á vis zum weichen, „weibliche“ Part, zartrosa mit Kupferelementen und Holz / Cognac. Der Raum hat jeweils einen Gegenpol. Aber für uns geht es auch um die kleinen Details wie die Fugenfarbe bei den Fliesen in der Theke wie auch im WC. Es ist schön, dass sich unsere Kunden auch darauf einlassen und uns vertrauen."

 

// 9. Was macht das Café so besonders und was grenzt es von anderen Cafés ab?

"Das Konzept besticht mit seiner absolut durchgezogenen Designsprache. Wegen jedem Detail haben wir uns mit dem Kunden zusammengesetzt und es besprochen. Über jede Gabel, jedes Messer, jeden Teller. Es ist konsequent."

// 10. Welche Herausforderungen ergaben sich bei der Konzeptentwicklung nach 'instagrammable' Prinzipien?

"Wie vorhin schon erwähnt, haben sich die Prinzipien automatisch und natürlich ergeben. Unser Kunde hatte schon eine große Reichweite an Followern durch das erste Café (Daddy Longlegs) und dadurch war das mehr oder weniger ein Selbstläufer. Ich bin mir nicht sicher, wenn man ein Konzept ausschließlich darauf konzipiert,“ instagrammable“ zu sein, ob das letztendlich auch funktioniert. 

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass ein Raum einen Charakter hat, in den sich die Menschen „verlieben“. So wirst du ein „Everybodys Darling“ – du schmeichelst, du eckst nicht an. Vielleicht sind es genau diese Eigenschaften, die ein „instagrammable“ Konzept benötigt, um zu funktionieren."

 

 

// 11. Auf welche Zielgruppe wurde das Store-Design ausgerichtet?

 

"Auch hier wurde darauf geachtet, dass wir niemanden ausschließen. Natürlich war es uns wichtig, das Münchner „Türkenstrassen“ Publikum anzusprechen, die ein Faible für Design und gutes Essen haben. Wir kennen uns in München sehr gut aus und wissen, wie das Klientel tickt. Aber vorallem lag die Herausforderung darin, das Klientel in die Passage zu locken, das etwas versteckt liegt und dadurch auch ein Geheimtipp ist." - Das Interview wurde geführt von Christina Aechtner.

"Kantine Messer und Gabel" 

"Café Daddy Longlegs" 

"Mary´s Coffee Club" 

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